Der Augenheilkunde-Konzern Alcon wurde im August 2026 in einer „Pay or Leak"-Erpressungskampagne der Gruppe ShinyHunters genannt. Nachdem offenbar keine Zahlung erfolgte, veröffentlichte die Gruppe die Daten; Have I Been Pwned hat daraus 218.395 eindeutige E-Mail-Adressen verifiziert, dazu Namen, Telefonnummern und Anschriften. Laut Have I Been Pwned handelt es sich überwiegend um geschäftliche B2B-Kontaktdaten — betroffen sind also vor allem Ansprechpartner aus Praxen, Kliniken und Zulieferbetrieben. Alcon hat den Vorfall öffentlich bislang nicht bestätigt und die Betroffenen offenbar nicht benachrichtigt: Wer in dem Datensatz steht, erfährt es also nicht vom Unternehmen. Weil die Daten frei veröffentlicht statt verkauft wurden, sind sie für jeden zugänglich, und die Kombination aus Name, Firmenanschrift und Telefonnummer macht gezielte Anrufe und Rechnungs-Phishing sehr glaubwürdig.
Nach einem Leck: der Teil, den die meisten überspringen
Eine geleakte E-Mail-Adresse und Telefonnummer bleiben nicht in einem einzigen Datensatz: Datenhändler kaufen Leak-Daten, führen sie mit öffentlichen Registern zusammen und verkaufen sie weiter. Deshalb kommen Spam-Anrufe und Phishing-SMS noch Monate später. Die Löschung beim betroffenen Unternehmen ist nur der erste Schritt — erst die Entfernung aus dem Händler-Netzwerk stoppt die Folgeschäden.